DANKE!

an alle Wählerinnen und Wähler für Ihr Vertrauen,

an die Kandidierenden aller Parteien für einen fairen Wahlkampf,

an ein großartiges Unterstützer-Team von Grünen und Nicht-Grünen,

an meine Familie für Euren bedingungslosen Rückhalt!

Ohne Sie, ohne Euch alle wäre ein Plus an Erststimmen nicht möglich gewesen: 9,2% gaben mir ihr Vertrauen. Das sind +1,2 Prozentpunkte oder 1.249 Stimmen mehr als vor fünf Jahren (8,0%, 4.112 Stimmen).

Natürlich hätten wir Grüne uns insgesamt ein besseres Ergebnis gewünscht und werden intensiv analysieren. Aber erst mal gilt es, noch mal um jede Stimme für uns Grüne bei der Bundestagswahl zu kämpfen!

Nach der Wahl ist vor der Wahl…

Geben Sie am 22. September der Energiewende echten Rückenwind! Setzen Sie auf uns Grüne, mindestens mit Ihrer Zweitstimme. Im Münchner Westen steht unser Grüner Landesvorsitzender Dieter Janecek zur Wahl. Und im Münchner Norden haben Sie mit Doris Wagner nicht nur eine aussichtsreiche Kandidatin. Sie wählen hier eine gradlinige Politikerin mit dem Herzen am richtigen Fleck, die sich seit über zehn Jahren für Frauen- und Gleichstellungspolitik auf allen Ebenen engagiert.

Herzlichen Dank!

Ihre Heidi Schiller

2.9. Nymphenburg – 4.9. Moosach – 6.9. Feldmoching – 9.9. Pasing-Obermenzing – 11.9. Feldmoching – 12.9. Laim Wann und wo steht hier

Noch sind Ferien. Und Kinder freuen sich, natürlich. Ausschlafen, den Tag an sich vorbei ziehen lassen, lesen wenn man Lust hat, rausgehen wenn man Lust hat. Und für meine Kinder kommt gerade jetzt hinzu: Wahlkampf helfen, wenn man Lust hat. Flyern geht immer, auch ohne Stundenplan.

So könnte auch Schule gehen: Mathe wenn man Lust hat, Lesen so lange man mag, und Tests schreiben wenn man so weit ist. Klingt utopisch? Das können Sie gerne so sehen. Zur Zeit hören viele Eltern wohl eher ein”Oh nö, Schule ist so langweilig!” Gerne morgens, in einem Ton, der Eltern schon um sieben in der Früh den letzten Nerv rauben kann.

Dabei wollen Kinder lernen! Und in den letzten Ferien vor der Einschulung läuft die Szenerie genau anders herum ab: “Ich will jetzt endlich in die Schule!” Bei meinen Kindern und ihren Freunden war nichts wichtiger als der Einkauf von Heften und Stiften, der Schulranzen wurde gegen allzu neugierige Blicke des Geschwisters verteidigt, Sicherheitsabstände markiert – und respektvoll eingehalten.

Und jetzt? Fliegt der Ranzen in die Ecke und wird keines Blickes mehr gewürdigt. Nichts ist wichtiger als der Ferienkalender, die Packliste für den Urlaub, das Adressheft mit den Telefonnummern der Freunde.

Was passiert da in relativ kurzer Zeit? Die Kinder sind ja nicht weniger neugierig, sie wollen auch nicht weniger wissen. Sie lesen begeistert ihre geolino-Hefte, drehen den Globus und fragen uns Eltern immer noch Löcher in den Bauch. Warum nicht in der Schule? Auf die Frage antwortete mein Sohn kürzlich: “Dich kann ich fragen, was mich interessiert. In der Schule muss ich antworten, was die Lehrerin wissen will.” Tja, manche Analysen sind so kurz wie treffend: Schule ist offensichtlich nicht für Kinder gemacht. Zumindest nicht die Schule, die wir heute erleben.

Schulpolitik ist Wahlkampf-Thema. Ich habe daraus die “Bildugns-Laufbahn” gemacht. Sie sind herzlich eingeladen, gemeinsam zu diskutieren, ob und wie grüne Ideen für eine moderne Bildungspolitik sinnvoll sind – und wie sie umgesetzt werden können. Für eine kindgerechte Bildung, Chancengleichheit und lebensnahes Lernen.

Alle Termine finden Sie hier!

Ich freu mich auf Sie!

29.07.2013

Eeendlich Ferien!

Inzwischen haben es unsere zwei Kinder fast geschafft: Auch ich zähle die Tage bis zum Ferienbeginn. Schon, damit dieses Gejammer aufhört “Oh nö, Schule ist so langweilig, Mama!” Jeden Morgen, alle beide, im ewig gleichen nörgeligen Ton, der Eltern schon um sieben in der Früh den letzten Nerv rauben kann.

Das eigentlich Schlimme daran ist für mich die Erinnerung an die letzten Ferien vor der Einschulung. Das ist jetzt zwei bzw. vier Jahre her. Da lief die Szenerie genau anders herum ab: “Oh nö Mama, ich will jetzt endlich in die Schule!” Nichts war wichtiger als der Einkauf von Heften und Stiften, der Schulranzen wurde gegen allzu neugierige Blicke des Geschwisters verteidigt, Sicherheitsabstände markiert – und respektvoll eingehalten.

Und jetzt? Fliegt der Ranzen in die Ecke und wird keines Blickes mehr gewürdigt. Nichts ist wichtiger als der Ferienkalender, die Packliste für den Urlaub, das Adressheft mit den Telefonnummern der Freunde.

Was passiert da in relativ kurzer Zeit? Die Kinder sind ja nicht weniger neugierig, sie wollen auch nicht weniger wissen. Sie lesen begeistert ihre geolino-Hefte, drehen den Globus und fragen uns Eltern immer noch Löcher in den Bauch. Warum nicht in der Schule? Auf die Frage antwortete mein Sohn kürzlich: “Dich kann ich fragen, was mich interessiert. In der Schule muss ich antworten, was die Lehrerin wissen will.” Tja, manche Analysen sind so kurz wie treffend: Schule ist offensichtlich nicht für Kinder gemacht. Zumindest nicht die Schule, die wir heute erleben.

Und so gibt es viele Gründe, sich auf den ersten Ferientag zu freuen. Ich freue mich auf den Mitmach-Abend am 31.7. mit Margarete Bause und Gästen im Alten Wirt in Moosach. Ab 19:30 sind Sie herzlich eingeladen, der Podiumsdiskussion zu folgen – und unbedingt selbst mitzumachen an den Thementischen zu kindgerechter Bildung, Chancengleichheit und Lehrer-Rolle.

Mehr Informationen finden Sie hier:

Ich freu mich auf Sie!

Die einen nennen es Pfingstferien. Ich nenne es

Sprechstunden-Start.

Bis zur Wahl biete ich in allen Stadtbezirken in meinem Stimmkreis MÜnchen-Moosach eine Sprechstunde pro Monat an. Also in Feldmoching, Moosach, Nymphenburg und Laim. Beginn ist diesen Donnerstag um 18:30 Uhr in Feldmoching, weiter gehts am Samstag in der Lerchenau.

Ort und Zeit:
Donnerstag, 23. Mai, 18:30 bis 19:30 Uhr. Restaurant “TreScalini”, Josef-Frankl-Str. 56.
Samstag, 25. Mai, 11:00 bis 12:00 Uhr. Restaurant “Allee-Stüberl”, Pappelallee 22.

Und die Themen…

… bestimmen die Bürgerinnen und Bürger. Schließlich heißt es “Bürgersprechstunde”.

Mein Dank geht an den OV Nord der Münchner Grünen, vor allem an Christine, die die Wirte vor Ort dafür gewinnen konnte. Und natürlich an die Wirte, bei denen wir zu Gast sein dürfen.

Ich bin gespannt, was die Feldmochinger bewegt und worüber sie reden möchten. Bericht folgt!

Die Spannung steigt: die Listenaufstellung naht. Morgen wählen wir die Liste für den Oberbayerischen Bezirkstag. Am Sonntag dann die Reihenfolge der oberbayerischen Kandidierenden für den Landtag. Die Bewerbungen versprechen ein spannendes Wochenende, das sah auch die SZ so.

Meine Bewerbung für einen Platz auf der Landtagsliste

finden Sie als Link und natürlich gleich hier. Danke an alle, die mir für Sonntag die Daumen drücken!

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

stellt Euch vor, es gibt Arbeit, und jedeR wäre fair bezahlt.

Stellt Euch vor, es ist Schule, und jedeR kommt mit.

Stellt Euch vor, es ist Wahl, und jedeR geht hin.

Dann wären meine politischen Ziele schon mal gut erfüllt:

Faires Wirtschaften heißt: Bewusstseinswandel!

Wir brauchen ein neues Bewusstsein in der Wirtschaftswelt, unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. Faires Wirtschaften heißt für mich faire Bezahlung, gleiche Chancen für Männer und Frauen, für Vollzeit- und Teilzeitkräfte, für Eltern und Kinderlose. Ganz vorn steht für mich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und das geht weit über die Kinderbetreuung hinaus.

Das ist auch eine Frage der Einstellung in den Köpfen, eine Frage der Anerkennung von MitarbeiterInnen, die noch einen Zweitjob „Betreuung“ in der eigenen Familie haben. Und das gilt für jede Form von Engagement und Verpflichtung außerhalb des Arbeitsplatzes.

Gesellschaftliche Verantwortung tragen nicht nur Unternehmen, sondern auch deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im Wahlkampf möchte ich dafür werben, dieser Verantwortung bedingungslos nachgehen zu können.

Hier will ich Lösungen, die zum Leben passen. Weg vom „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“, hin zu „Meine Fußball-Schützlinge, mein Pflege-Opa, meine Vorlese-Kinder“.

Moderne Bildungspolitik ist: Kindgerecht!

Als Mutter von zwei Kindern im Grundschulalter bin ich derzeit hautnah dran an der bayerischen Schulpolitik – und im wahrsten Sinn des Wortes „betroffen“. Ich möchte mich für ein Bildungssystem einsetzen, dass individuelles Lernen zulässt und fördert. Längeres gemeinsames Lernen steht ganz oben auf meiner Wunschliste – und auf der meiner Kinder.

Und ich will ein bayerisches Schulsystem, das jedem Kind gleiche Chancen bietet und eine bestmögliche Entwicklung zulässt, egal wo es herkommt, was seine Eltern beruflich machen oder welchen Nachnamen es hat. Mit dem kürzlich beschlossenen Betreuungsgeld und dem Geeier um die Studiengebühren hat die CSU ja deutlich gezeigt, was sie von fairen Bildungschancen für alle hält. Nämlich nichts. Und das müssen wir ändern!

Und was die nicht-gymnasialen Schularten betrifft: Es gibt ein Leben ohne Abitur. Und es ist absolut lebenswert und gesellschaftsfähig. Jedes Kind, das ein Gymnasium besuchen will, soll das können. Unabhängig von Anschrift, Elternhaus und Familiennamen. Aber nicht jedes Kind soll auf ein Gymnasium müssen, nur weil der gesellschaftliche Druck vermeintlich keine andere Schulform zulässt!

Lebendige Demokratie braucht: Hohe Wahlbeteiligung!

Drei Wahlen, drei Systeme. Das macht es nicht leichter. Aber: Wir brauchen jede Stimme! Ich will um jede Stimme werben, und in meinem Stimmkreis Moosach vor allem Erst- und NichtwählerInnen von grüner Politik überzeugen. Wir können die Menschen mobilisieren, wir können sie mit unseren Argumenten erreichen, und wir können sie für unsere Politik gewinnen.

Und last but not leat: Lasst uns daran arbeiten, dass jedeR wählen darf, der/die wählen will!

Ich hab richtig Lust auf diesen Wahlkampf und bitte Euch dafür um Eure Unterstützung.

Mit herzlichen Grüßen
Heidi Schiller

Persönlich: 39 Jahre alt,
seit 12 Jahren in festen Händen, zwei Kinder (9 und 7 Jahre).

Beruflich: Diplom-Kauffrau mit 15 Jahren Berufserfahrung. Seit fünf Jahren selbständige Sozialunternehmerin: Stromversorgung mit Erneuerbaren im ländlichen Westafrika.

Politisch: Geboren in der DDR, politisiert mit der „Wende“ 1989. Seit 2010 bei den Grünen (KV München). Beisitzerin im Vorstand OV Westend-Laim, aktives Mitglied in den (L)AKs Wirtschaft und Bildung, Initiatorin des AK Grün. Direktkandidatin im Stimmkreis 105 – München Moosach.

Im Wirtschaftsteil der heutigen Süddeutschen Zeitung klagt Eon-Chef Teyssen über “den ersten Milliardenverlust in der Konzerngeschichte”. An der Börse steigt die Aktie indes um rund sieben Prozent. Was sagt mir dieser Artikel?

1. Verlust ist relativ.

Klar, 2,2 Milliarden Euro Verlust in einem Jahr – das ist ne Stange Holz, und das will auch erst mal verkraftet werden. Aber: Nur ein Jahr vorher erwirtschaftete derselbe Eon-Konzern fast sechs Milliarden Euro Gewinn. Macht in den letzten zwei Jahren unterm Strich einen Gewinn von 3,8 Milliarden, also im Schnitt 1,9 Milliarden Euro plus. Das hört sich durchaus passabel an.

Im Senegal wird bald gewählt. Es gärt im Land. Das Volk ist in Aufruhr. Es sieht seine Verfassung verletzt. Von höchster Stelle: vom amtierenden Präsidenten.

Was ist passiert? Präsident Wade ist seit 2000 im Amt, zwei Amtsperioden liegen hinter ihm. Die Verfassung sagt: Damit ist das Maximum erreicht, er darf nicht noch einmal kandidieren. Präsident Wade meint, seine erste Amtszeit dürfe nicht zählen. Denn die liege vor der betreffenden Verfassungsänderung, die zwei Amtsperioden als Obergrenze festgelegt hat. Unter seiner Präsidentschaft, by the way.

Jetzt könnte man meinen, das sei ein klarer Fall fürs Verfassungsgericht. Das wurde auch befragt – und es nimmt Wades Kandidatur an. Wo also liegt das Problem, möchte man fragen?

Aus meiner Sicht, gerade mitten in Dakar und mit zehn Jahren Senegal-Erfahrung im Gepäck, kommen hier gleich mehrere Probleme zusammen:

  • Wade hat vor seiner Wahl zum Präsidenten aus der Opposition heraus heftig für eine Verfassungsänderung gekämpft, um genau einen solchen Macht-Marathon zu verhindern.
  • Unter seiner Präsidentschaft wurde diese Änderung in die Verfassung aufgenommen. Damit gilt sie jetzt. Nach meinem Rechtsverständnis auch für den Präsidenten in Amt und Würden.
  • Das sogenannte Verfassungsgericht ist mitnichten eine Institution, wie wir sie aus unserem System kennen. Hier hat der Präsident fünf Richter selbst ausgesucht und zu Verfassungsrichtern ernannt – Verfassungsrechtler ist keiner von ihnen.
  • Auf die wütenden Reaktionen aus dem Volk ist er mitnichten eingegangen. Sein Kommentar: Die Leute mögen sich doch bitte beruhigen, das bringe doch eh nichts.
  • Dass der Präsident zwischen 85 und 90 Jahre alt ist – die Angaben schwanken da je nach berichtendem Organ – tut da fast nichts zur Sache. Wäre nicht Wades Sohn im Hintergrund, der als Nachfolger aufgebaut werden soll. Hier protegiert der Vater den Sohn. Und das hat mit Präsidialdemokratie nun wirklich nichts mehr zu tun. Das kennt man von Queen Mum und Prince Charles und nennt sich Monarchie – hinter, neben oder unter einer demokratisch gewählten Regierung.

Die Liste ist keinesfalls vollständig, und mir lägen schon noch ein paar undiplomatische Kommentare auf der Tastatur. Aber darum geht es mir nicht.

Mir ist vor allem eines wichtig: Der Ruf der Senegalesen. Sie kämpfen für faire Wahlen, im Rahmen des gültigen Rechts. Sie wehren sich gegen Machtmissbrauch – jede Umschreibung verkennt den Ernst der Situation. Und agieren damit im besten Sinne demokratisch.

Halt, Frau Schiller, und was ist mit den gewalttätigen Ausschreitungen, mit dem Polizisten, der ums Leben kam? Nun, da gibt es zwei Versionen: die staatlich verbreitete, und die von Augenzeugen. Die staatliche Version berichtet, die Demonstranten hätten den Polizisten getötet. Augenzeugen erzählen, der Polizist habe auf einer friedlichen Demonstration das Feuer eröffnet. So wie befohlen. Vom Staat.

Welche Version stimmt? Ich weiß es nicht, ich war nicht dabei. Fest steht, dass die senegalesische Regierung die Militärpräsenz in der Hauptstadt und im Land massiv erhöht hat. Fest steht, dass das senegalesische Volk weiter seinen Willen kundtut. Und fest steht, dass hiermit die “Vorzeige-Demokratie Westafrikas” zu fallen droht.

Bei allem Respekt, Herr Präsident: Ist es das wert?

PS: Gestern Abend ging die Groß-Demo durch ganz Dakar zu Ende. Allen Berichten zufolge friedlich. Dieux Merci!

Wer sich im Bereich der Nachhaltigen Geldanlagen bewegt, begegnet ihnen über kurz oder lang: Die Mikrokredite.

Mikrokredite für die Ärmsten. Schon ab 25%!

Ja, die Überschrift ist hart. Und sie ist Realität. Mikrokredite über ein paar Dollar kosten 25% Zins. Und mehr.

Betriebswirtschaftlich lässt sich das erklären: Bei den Mikrokrediten kommt die Bank zum Kunden. Sprich: Jeder Kreditnehmer bekommt persönlich Besuch von einem Mitarbeiter der Bank. Auch bei einer Kreditsumme von wenigen Dollar. Das ist ein sehr hoher Aufwand, keine Frage. Und damit erscheint die hohe Zinsforderung auch schon erklärt.

Allein eine Frage lässt mich dabei nicht los: Müssen ausgerechnet diejenigen mit den geringsten Mitteln für den höchstdenkbaren Aufwand aufkommen? Müssen wir es ausgerechnet von denjenigen holen, die sonst wenige bis gar keine Chancen auf einen Kredit haben? Ohne Sicherheiten, ohne Vermögen, aber in der Lage, 25% Zinsen zu zahlen?Gibt es da keine anderen Möglichkeiten?

Zinsen fair verteilen.

Ich meine: Es geht anders. Die Kosten, um Mikrokredite abzuwickeln, müssen nicht ausschließlich vom Kreditnehmer getragen werden. Es gibt genug Geld auf dieser Welt, um dieses Geschäft für Banken attraktiv zu machen. Wenn der Mikrokreditnehmer beispielsweise 5% Zinsen zahlt, und die restlichen 20% übernehmen die Weltbank oder staatliche Entwicklungshilfe. Das würde dem Charakter der Starthilfe meines Erachtens eher entsprechen. Und der Aspekt des Verleihens, nicht des Verschenkens, bliebe ebenso erhalten. Es würden auch genauso viele Kreditnehmer die Chance erhalten, mit dem Geld ihr eigenes kleines Geschäft zu starten oder zu erweitern. Vielleicht wäre das sogar für noch mehr Menschen eine echte Perspektive.

Was meinen Sie: Machbar? Illusorisch? Ein Fall von “ja, aber …”?

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Ich bin gespannt!

Okay, die Anglisten unter uns drücken jetzt bitte mal ein Auge zu. Und lesen mit dem anderen weiter:

Nikolaus-Schokolade aus fairem Handel.

Gestern im Fair Trade Laden. Als interessierte Kundin frage ich die gut informierte Verkäuferin, wo die Schokolade denn herkäme. Der Dialog ging in etwa so:

Ich: Entschuldigen Sie, woher genau stammt diese Schokolade?

Sie: Die Zutaten kommen aus verschiedenen Ländern, der Kakao etwa aus der Elfenbeinküste. Alle Zutaten sind selbstverständlich aus fairem Handel. Und Bio sowieso.

Ich: Fein. Und wo wird die Schokolade produziert?

Sie: Ja die kommt aus Deutschland. Wissen Sie, da gehts ja auch um Qualität.

Ich: Natürlich.

Sie: Die muss schon unseren Standards entsprechen. Und die ganzen Sorten, also diese Vielfalt, das schaffen wir nur hier.

Ich: Aha.

Sie: Die kennen ja gar nicht unsren Geschmack. Und der Transport, das wäre ja alles viel zu kompliziert.

Ich: Hmhm.

Ich zahle.

Kann es das gewesen sein?

Der Nikolaus kommt bei uns immer in der Nacht zum 6. Dezember. Also lasse ich die Schokolade tapfer in der Tasche und meinen Gedanken freien Lauf. Ich kaufe Fair Trade, nicht nur bei Schokolade. Ich habe auch noch ein paar getrocknete Mangos aus Burkina Faso mitgenommen. Weil ich möchte, dass die Arbeiter auf den Kakaoplantagen vernünftig bezahlt werden. Noch besser fände ich es, wenn die faire Kette danach weiter ginge. Also die Wertschöpfungskette. Bis aus dem Kakao halt die leckere Schokolade wird. Das dauert ja noch ein paar Stufen in der Produktion.

Und in eben dieser Produktion entsteht Arbeit. Wenn ich den Fair Trade Gedanken weiter spinne, sollte diese Arbeit doch ebenso fair bezahlt werden. Fair Made sozusagen. Jetzt gibt es dafür im günstigsten Fall Tarifverträge. In Europa. Da muss der Kakao aber erst mal hin. Geht das wirklich nur hier? Die Mangos werden doch auch in Burkina Faso getrocknet und kommen dann fertig verpackt bei uns an.

Was spricht für oder gegen lokale Produktion?

Jetzt sagen Sie völlig zurecht: Aber Frau Schiller, Sie sind doch selbst dauernd in Afrika. Sie wissen doch, wie es dort aussieht. Meinen Sie nicht auch, dass es ziemlich kompliziert ist, die gleiche Schokolade da unten produzieren zu lassen?

Ja das wäre kompliziert. Aber ist es deswegen unmöglich? Oder gar falsch? Ist es wirklich so undenkbar, eine funktionierende Schokoladenfabrik in der Elfenbeinküste aufzubauen?

Der andere Geschmack?

Vielleicht würde die Schokolade anders schmecken – so what? Allein in unserer Familie hat jeder so seine Favoriten, und wir deshalb mindestens vier verschiedene Sorten im Haus. Vielleicht schmeckt anders sogar gut? Vielleicht ergäbe sich ja eine Sorte für den lokalen Markt? Ich persönlich weigere mich, im Senegal Schokolade aus Frankreich zu kaufen. So fair kann die gar nicht sein. Die lokale Nutella-Konkurrenz schmeckt absolut lecker. Anders, aber lecker. Am besten auf den Krapfen, die die Frauen jeden Tag frisch am Markt ausbacken.

By the way: Ich habe in Afrika schon überzeugend europäisch gegessen, und zu Hause schätze ich vor allem überzeugend authentische afrikanische, indische oder japanische Lokale. Je mehr “original” Afrikaner, Inder oder Japaner dort essen, desto lieber geh ich dort rein. Das geht Ihnen mit Ihrem Lieblings-Italiener, -Thai oder -Argentinier sicher nicht anders.

Die Qualität der Produktion?

Wesentlich entscheidender scheint mir der Einwand der Produktionsqualität zu sein. Allein die Kühlkette. Die muss stehen, keine Frage. Das könnte man mit einer stabilen Stromversorgung und Kühl-Containern auf LKW und Schiff aber hinkriegen.Womit wir bei der Frage der Infrastruktur wären – und einer klassischen Henne-Ei-Debatte: Muss erst die Infrastruktur stehen, und lokale Produktion zieht nach? Oder wächst erst die lokale Produktion und mit ihr die Infrastruktur? Mit anderen Worten: Worauf warten wir?

By the way: Eine stabile Stromversorgung tut nicht nur der Schokolade gut. Das Stromproblem zieht sich durch alle Bereiche: Der Bäcker braucht ihn, der Schreiner braucht ihn, der Händler an der Ecke braucht ihn. Jeder braucht ihn. Ohne Strom keine Entwicklung.

Der Handel, die Händler, der Zoll?

Schlagen wir grad noch den ganz großen Bogen: Wer hat ein Interesse daran, lokal zu produzieren? Und wer nicht? Wer führt lieber Rohstoffe ein, und warum?

So lange es deutlich teurer ist, fertige Schokolade durch den Zoll nach Europa zu holen, als Kakao aus der Elfenbeinküste in Europa zu verarbeiten, so lange spreche ich von Schutzzöllen. Und nicht nur ich.

Was meinen Sie?

Was halten Sie von meinem Gedankengang vom “Fair Trade” zum “Fair Made”? Und welche eigenen Gedanken haben Sie? Würden Sie Schokolade aus der Elfenbeinküste kaufen? Und warum?

Ich bin gespannt! Und genieße in der Zwischenzeit meine Fair Trade Nikolaus-Schokolade.

Ihre

Heidi Schiller

 

Es war halt schon immer so. Funktioniert nicht wirklich, ist unangenehm. Aber ändern? Ja nee, wär schon gut. Aber da spricht doch so vieles dagegen: Geht nicht anders, machen alle anderen auch so, wieso denn grade ich? Na sooo wichtig ist das ja nun auch wieder nicht …

Es gibt Situationen, da mag das stimmen. Und da geht auch nix kaputt. Weshalb ich wohl auch samstags Vormittag einkaufe, obwohl es voll ist und ich zu anderen Zeiten gehen könnte. Man hat halt so seine Gewohnheiten.

Aber sie kann auch frustrieren, diese Gewohnheit. Nämlich dann, wenn man sich an Dinge gewöhnt, die ernsthaften Schaden anrichten, und die man nur toleriert, weil er woanders oder viel später eintritt. Fast hätten wir uns an die Atomkraft gewöhnt.

Und sie kann aufrütteln, diese Gewohnheit. Nämlich dann, wenn man sich an Dinge gewöhnt hat,die unerträglich wären für einen selbst, und die man nur toleriert, weil sie weit weg sind. An ein Leben ohne Strom würde sich hier wohl keiner gewöhnen. Über eine Milliarde Menschen auf der Welt leben ohne Strom. Hier ist Veränderung nicht nur gefragt, hier ist sie nötig. Bitter nötig.

Wenn Sie etwas verändern wollen, dann lösen Sie sich von Gewohnheiten. Und seien sie noch so bequem und geliebt. Gehen Sie den Dingen auf den Grund, an die Sie sich nicht gewöhnen (lassen) wollen. Dinge, die Sie nerven, aufregen, entsetzen, beunruhigen. Fragen Sie nach dem “Warum” dahinter. Und lassen Sie sich nicht einlullen von den vielen Argumenten, die – pseudo oder nicht – Sie davon abhalten, auch noch die nächste “Warum?”-Frage zu stellen. Haben Sie nicht nur den Mut für die richtigen Fragen, behalten Sie auch den Mut für die richtigen Antworten! Die sprechen gewöhnlich gegen Gewohntes.

Auf ungewöhnliche Lösungen, die etwas verändern!

Ihre

Heidi Schiller

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