16.01.2012

Mikrokredit – Maxizins?

Wer sich im Bereich der Nachhaltigen Geldanlagen bewegt, begegnet ihnen über kurz oder lang: Die Mikrokredite.

Mikrokredite für die Ärmsten. Schon ab 25%!

Ja, die Überschrift ist hart. Und sie ist Realität. Mikrokredite über ein paar Dollar kosten 25% Zins. Und mehr.

Betriebswirtschaftlich lässt sich das erklären: Bei den Mikrokrediten kommt die Bank zum Kunden. Sprich: Jeder Kreditnehmer bekommt persönlich Besuch von einem Mitarbeiter der Bank. Auch bei einer Kreditsumme von wenigen Dollar. Das ist ein sehr hoher Aufwand, keine Frage. Und damit erscheint die hohe Zinsforderung auch schon erklärt.

Allein eine Frage lässt mich dabei nicht los: Müssen ausgerechnet diejenigen mit den geringsten Mitteln für den höchstdenkbaren Aufwand aufkommen? Müssen wir es ausgerechnet von denjenigen holen, die sonst wenige bis gar keine Chancen auf einen Kredit haben? Ohne Sicherheiten, ohne Vermögen, aber in der Lage, 25% Zinsen zu zahlen?Gibt es da keine anderen Möglichkeiten?

Zinsen fair verteilen.

Ich meine: Es geht anders. Die Kosten, um Mikrokredite abzuwickeln, müssen nicht ausschließlich vom Kreditnehmer getragen werden. Es gibt genug Geld auf dieser Welt, um dieses Geschäft für Banken attraktiv zu machen. Wenn der Mikrokreditnehmer beispielsweise 5% Zinsen zahlt, und die restlichen 20% übernehmen die Weltbank oder staatliche Entwicklungshilfe. Das würde dem Charakter der Starthilfe meines Erachtens eher entsprechen. Und der Aspekt des Verleihens, nicht des Verschenkens, bliebe ebenso erhalten. Es würden auch genauso viele Kreditnehmer die Chance erhalten, mit dem Geld ihr eigenes kleines Geschäft zu starten oder zu erweitern. Vielleicht wäre das sogar für noch mehr Menschen eine echte Perspektive.

Was meinen Sie: Machbar? Illusorisch? Ein Fall von “ja, aber …”?

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