21.07.2015

Einwanderungsgesetz statt Abschiebeheim!

Gestern hätte der Beitrag noch geheißen “Wo (k)ein Wille, da auch (k)ein Budget”: Der G7-Zaun darf pro Meter gern 285 Euro kosten und kann nach drei Tagen wieder weg. Aber 140 Euro Taschengeld pro Flüchtling und Monat – das ist dem reichen Bayern zu viel. Heute kommt es mir so vor, als rege ich mich hier buchstäblich über “Peanuts” auf. Denn immer, wenn man denkt, selbst Horst kann nicht schlimmer, fällt ihm noch was Absurderes ein.

Täglich kommen hunderte Flüchtlinge in Bayern an, nach strapaziöser Flucht unter unvorstellbaren Umständen, voller Hoffnung, bei uns Unterstützung und Ruhe zu finden. Wer sein Land verlassen muss, weil er oder sie politisch verfolgt wird, oder weil dort Krieg herrscht, macht sich nicht freiwillig auf den Weg. Es ist eine traumatische Erfahrung. Und es ist mir unverständlich, warum es unser Land nicht schafft, diesen Menschen einfach zu helfen, wenn sie Hilfe am nötigsten brauchen.

Wir haben für so vieles Regeln in diesem Land, und nicht alle sind sinnvoll: Mit welchem Notenschnitt welche Schule “die richtige” ist. Wo wie lange geparkt werden darf und ob längs oder quer zur Fahrtrichtung. Und wie viel Mehrwertsteuer auf das Sandwich zu entrichten ist, wenn es auf der Terrasse verzehrt wird und nicht im Gehen.

Und für Asylsuchende? Gibt es kein Einwanderungsgesetz, aus dem einfach nur hervorgeht, wann wer wie lange bleiben darf.

Statt alle Energien darauf zu setzen, ein solches Gesetz zu initiieren, spielt Horst mit dem Feuer und übt sich in verbaler Brandstiftung – zu den realen Brandstiftungen in Asylunterkünften schweigt er. Beharrlich. Man muss schon sehr zynisch unterwegs sein, wollte man seinen neuesten “Coup” mit den Abschiebeheimen unter “Vorsichtsmaßnahme” verbuchen. Damit sich die armen Menschen nicht erst eingewöhnen und dann womöglich enttäuscht wieder zurück fahren müsen. Es ist einfach unwürdig, entwürdigend, ja widerlich. “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Mit der Verfassung hat er’s nicht so, der Herr Ministerpräsident.

Er erfährt durchaus Lob dafür. Vom Pegida-Gründer. Dazu fällt mir kein passendes Wort mehr ein. Aber es musste raus. Danke fürs Lesen.

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