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	<title>Heidi Schiller</title>
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	<description>Anders denken. Einfach machen.</description>
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		<title>Jammern auf hohem Niveau</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Mar 2012 14:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi Schiller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energiewende]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Eon]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Wirtschaftsteil der heutigen Süddeutschen Zeitung klagt Eon-Chef Teyssen über &#8220;den ersten Milliardenverlust in der Konzerngeschichte&#8221;. An der Börse steigt die Aktie indes um rund sieben Prozent. Was sagt mir dieser Artikel? 1. Verlust ist relativ. Klar, 2,2 Milliarden Euro Verlust in einem Jahr &#8211; das ist ne Stange Holz, und das will auch erst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Wirtschaftsteil der heutigen <em>Süddeutschen Zeitung</em> klagt Eon-Chef Teyssen über &#8220;den ersten Milliardenverlust in der Konzerngeschichte&#8221;. An der Börse steigt die Aktie indes um rund sieben Prozent. Was sagt mir dieser Artikel?</p>
<h3><strong>1. Verlust ist relativ.</strong></h3>
<p>Klar, 2,2 Milliarden Euro Verlust in einem Jahr &#8211; das ist ne Stange Holz, und das will auch erst mal verkraftet werden. Aber: Nur ein Jahr vorher erwirtschaftete derselbe Eon-Konzern fast sechs Milliarden Euro Gewinn. Macht in den letzten zwei Jahren unterm Strich einen Gewinn von 3,8 Milliarden, also im Schnitt 1,9 Milliarden Euro plus. Das hört sich durchaus passabel an.</p>
<h3>2. Mit Stellenabbau spielt man nicht.</h3>
<p>Die Energiewende ist Schuld: Eon will allein in Deutschland 6000 Arbeitsplätze streichen. Ja klar: Wenn irgendwas nicht nach Plan läuft, sind als erstes die Mitarbeiter dran. Das ist uninspiriert und entbehrt jeder Verantwortung!Vor allem, wenn wir diese kleine Rechnung von eben mal kurz mit einbinden: 1,9 Milliarden Euro Gewinn sind kein Grund für Stellenabbau! Da hat Eon schon an anderer Stelle geschlafen.</p>
<h3>3. Der Staat ist nicht immer der Böse.</h3>
<p>Ja, wir können der CDU-Regierung viel vorwerfen. Auch in ihrer Atompolitik. Die Brennelemente-Steuer als &#8220;Abschöpfe&#8221; zu bezeichnen, geht mir aber deutlich an der Sache vorbei: Sie deckt lediglich die Kosten für die Atommüll-Entsorgung, und ob die Steuer diese Kosten wirklich decken kann, weiß keiner genau zu sagen. Übernehmen Sie die Entsorgung doch einfach selbst, Herr Teyssen. Dafür würde ich Ihnen sogar die Steuer erlassen. Rechnen Sie lieber noch mal nach.</p>
<h3>4. Wer den Trend verpennt, ist zu weich gebettet.</h3>
<p>Es könnte doch alles so schön sein: Vier Energieriesen teilen sich den Markt auf, und die Verbraucher verbrauchen  Strom ohne Ende. Und dann? Kommen diese Erneuerbaren daher, und diese Effizienzdiskussionen. Und kein steigender Energiebedarf mehr in Europa in Sicht. Das Tragische daran ist maximal, dass sich Eon hiervon überrascht zeigt. Und die Energiewende zum Sündenbock ihrer eigenen Trägheit erklärt. Sollten sie sich tatsächlich rausbewegen aus ihrer angestammten Komfortzone?</p>
<h3>5. An Bedarf fehlt es nicht.</h3>
<p>Konzernchef Teyssen will Eon jetzt noch stärker auf Erneuerbare ausrichten. Klar, was sonst? Und besser später als gar nicht. Und sich auf Märkte begeben, deren Hunger nach Energie schier unendlich erscheint. Na bitte, geht doch! Aber tun Sie mir einen Gefallen, Herr Teyssen: Setzen Sie auf den Mega-Märkten Russland, Indien, Brasilien bitte GLEICH auf Erneuerbare! Und bleiben Sie wachsam: So gemütlich, wie Sie es sich bis jetzt auf dem deutschen Energiemarkt machen konnten, dürfte es kaum mehr werden. Egal wo auf dieser Welt.</p>
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		<title>Das Volk ist der bessere Verfassungsschutz</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 08:23:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi Schiller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Senegal]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Senegal wird bald gewählt. Es gärt im Land. Das Volk ist in Aufruhr. Es sieht seine Verfassung verletzt. Von höchster Stelle: vom amtierenden Präsidenten. Was ist passiert? Präsident Wade ist seit 2000 im Amt, zwei Amtsperioden liegen hinter ihm. Die Verfassung sagt: Damit ist das Maximum erreicht, er darf nicht noch einmal kandidieren. Präsident [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Senegal wird bald gewählt. Es gärt im Land. Das Volk ist in Aufruhr. Es sieht seine Verfassung verletzt. Von höchster Stelle: vom amtierenden Präsidenten.</p>
<p>Was ist passiert? Präsident Wade ist seit 2000 im Amt, zwei Amtsperioden liegen hinter ihm. Die Verfassung sagt: Damit ist das Maximum erreicht, er darf nicht noch einmal kandidieren. Präsident Wade meint, seine erste Amtszeit dürfe nicht zählen. Denn die liege vor der betreffenden Verfassungsänderung, die zwei Amtsperioden als Obergrenze festgelegt hat. Unter seiner Präsidentschaft, by the way.</p>
<p>Jetzt könnte man meinen, das sei ein klarer Fall fürs Verfassungsgericht. Das wurde auch befragt &#8211; und es nimmt Wades Kandidatur an. Wo also liegt das Problem, möchte man fragen?</p>
<p>Aus meiner Sicht, gerade mitten in Dakar und mit zehn Jahren Senegal-Erfahrung im Gepäck, kommen hier gleich mehrere Probleme zusammen:</p>
<ul>
<li>Wade hat vor seiner Wahl zum Präsidenten aus der Opposition heraus heftig für eine Verfassungsänderung gekämpft, um genau einen solchen Macht-Marathon zu verhindern.</li>
<li>Unter seiner Präsidentschaft wurde diese Änderung in die Verfassung aufgenommen. Damit gilt sie jetzt. Nach meinem Rechtsverständnis auch für den Präsidenten in Amt und Würden.</li>
<li>Das sogenannte Verfassungsgericht ist mitnichten eine Institution, wie wir sie aus unserem System kennen. Hier hat der Präsident fünf Richter selbst ausgesucht und zu Verfassungsrichtern ernannt &#8211; Verfassungsrechtler ist keiner von ihnen.</li>
<li>Auf die wütenden Reaktionen aus dem Volk ist er mitnichten eingegangen. Sein Kommentar: Die Leute mögen sich doch bitte beruhigen, das bringe doch eh nichts.</li>
<li>Dass der Präsident zwischen 85 und 90 Jahre alt ist &#8211; die Angaben schwanken da je nach berichtendem Organ &#8211; tut da fast nichts zur Sache. Wäre nicht Wades Sohn im Hintergrund, der als Nachfolger aufgebaut werden soll. Hier protegiert der Vater den Sohn. Und das hat mit Präsidialdemokratie nun wirklich nichts mehr zu tun. Das kennt man von Queen Mum und Prince Charles und nennt sich Monarchie &#8211; hinter, neben oder unter einer demokratisch gewählten Regierung.</li>
</ul>
<p>Die Liste ist keinesfalls vollständig, und mir lägen schon noch ein paar undiplomatische Kommentare auf der Tastatur. Aber darum geht es mir nicht.</p>
<p>Mir ist vor allem eines wichtig: Der Ruf der Senegalesen. Sie kämpfen für faire Wahlen, im Rahmen des gültigen Rechts. Sie wehren sich gegen Machtmissbrauch &#8211; jede Umschreibung verkennt den Ernst der Situation. Und agieren damit im besten Sinne demokratisch.</p>
<p>Halt, Frau Schiller, und was ist mit den gewalttätigen Ausschreitungen, mit dem Polizisten, der ums Leben kam? Nun, da gibt es zwei Versionen: die staatlich verbreitete, und die von Augenzeugen. Die staatliche Version berichtet, die Demonstranten hätten den Polizisten getötet. Augenzeugen erzählen, der Polizist habe auf einer friedlichen Demonstration das Feuer eröffnet. So wie befohlen. Vom Staat.</p>
<p>Welche Version stimmt? Ich weiß es nicht, ich war nicht dabei. Fest steht, dass die senegalesische Regierung die Militärpräsenz in der Hauptstadt und im Land massiv erhöht hat. Fest steht, dass das senegalesische Volk weiter seinen Willen kundtut. Und fest steht, dass hiermit die &#8220;Vorzeige-Demokratie Westafrikas&#8221; zu fallen droht.</p>
<p>Bei allem Respekt, Herr Präsident: Ist es das wert?</p>
<p>PS: Gestern Abend ging die Groß-Demo durch ganz Dakar zu Ende. Allen Berichten zufolge friedlich. Dieux Merci!</p>
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		<title>Mikrokredit &#8211; Maxizins?</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 10:18:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi Schiller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anders denken]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Armutsbekämpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrokredit]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich im Bereich der Nachhaltigen Geldanlagen bewegt, begegnet ihnen über kurz oder lang: Die Mikrokredite. Mikrokredite für die Ärmsten. Schon ab 25%! Ja, die Überschrift ist hart. Und sie ist Realität. Mikrokredite über ein paar Dollar kosten 25% Zins. Und mehr. Betriebswirtschaftlich lässt sich das erklären: Bei den Mikrokrediten kommt die Bank zum Kunden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich im Bereich der Nachhaltigen Geldanlagen bewegt, begegnet ihnen über kurz oder lang: Die Mikrokredite.</p>
<h3>Mikrokredite für die Ärmsten. Schon ab 25%!</h3>
<p>Ja, die Überschrift ist hart. Und sie ist Realität. Mikrokredite über ein paar Dollar kosten 25% Zins. Und mehr.</p>
<p>Betriebswirtschaftlich lässt sich das erklären: Bei den Mikrokrediten kommt die Bank zum Kunden. Sprich: Jeder Kreditnehmer bekommt persönlich Besuch von einem Mitarbeiter der Bank. Auch bei einer Kreditsumme von wenigen Dollar. Das ist ein sehr hoher Aufwand, keine Frage. Und damit erscheint die hohe Zinsforderung auch schon erklärt.</p>
<p>Allein eine Frage lässt mich dabei nicht los: Müssen ausgerechnet diejenigen mit den geringsten Mitteln für den höchstdenkbaren Aufwand aufkommen? Müssen wir es ausgerechnet von denjenigen holen, die sonst wenige bis gar keine Chancen auf einen Kredit haben? Ohne Sicherheiten, ohne Vermögen, aber in der Lage, 25% Zinsen zu zahlen?Gibt es da keine anderen Möglichkeiten?</p>
<h3>Zinsen fair verteilen.</h3>
<p>Ich meine: Es geht anders. Die Kosten, um Mikrokredite abzuwickeln, müssen nicht ausschließlich vom Kreditnehmer getragen werden. Es gibt genug Geld auf dieser Welt, um dieses Geschäft für Banken attraktiv zu machen. Wenn der Mikrokreditnehmer beispielsweise 5% Zinsen zahlt, und die restlichen 20% übernehmen die Weltbank oder staatliche Entwicklungshilfe. Das würde dem Charakter der Starthilfe meines Erachtens eher entsprechen. Und der Aspekt des Verleihens, nicht des Verschenkens, bliebe ebenso erhalten. Es würden auch genauso viele Kreditnehmer die Chance erhalten, mit dem Geld ihr eigenes kleines Geschäft zu starten oder zu erweitern. Vielleicht wäre das sogar für noch mehr Menschen eine echte Perspektive.</p>
<p>Was meinen Sie: Machbar? Illusorisch? Ein Fall von &#8220;ja, aber &#8230;&#8221;?</p>
<p>Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Ich bin gespannt!</p>
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		<title>Fair Trade ist gut, Fair Made noch besser</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 10:47:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi Schiller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anders denken]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Elfenbeinküste]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Fair Trade]]></category>
		<category><![CDATA[Kakao]]></category>
		<category><![CDATA[Schokolade]]></category>

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		<description><![CDATA[Okay, die Anglisten unter uns drücken jetzt bitte mal ein Auge zu. Und lesen mit dem anderen weiter: Nikolaus-Schokolade aus fairem Handel. Gestern im Fair Trade Laden. Als interessierte Kundin frage ich die gut informierte Verkäuferin, wo die Schokolade denn herkäme. Der Dialog ging in etwa so: Ich: Entschuldigen Sie, woher genau stammt diese Schokolade? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Okay, die Anglisten unter uns drücken jetzt bitte mal ein Auge zu. Und lesen mit dem anderen weiter:</p>
<h3><strong>Nikolaus-Schokolade aus fairem Handel.</strong></h3>
<p>Gestern im Fair Trade Laden. Als interessierte Kundin frage ich die gut informierte Verkäuferin, wo die Schokolade denn herkäme. Der Dialog ging in etwa so:</p>
<p><em>Ich:</em> Entschuldigen Sie, woher genau stammt diese Schokolade?</p>
<p><em>Sie:</em> Die Zutaten kommen aus verschiedenen Ländern, der Kakao etwa aus der Elfenbeinküste. Alle Zutaten sind selbstverständlich aus fairem Handel. Und Bio sowieso.</p>
<p><em>Ich:</em> Fein. Und wo wird die Schokolade produziert?</p>
<p><em>Sie:</em> Ja die kommt aus Deutschland. Wissen Sie, da gehts ja auch um Qualität.</p>
<p><em>Ich:</em> Natürlich.</p>
<p><em>Sie:</em> Die muss schon unseren Standards entsprechen. Und die ganzen Sorten, also diese Vielfalt, das schaffen wir nur hier.</p>
<p><em>Ich:</em> Aha.</p>
<p><em>Sie:</em> Die kennen ja gar nicht unsren Geschmack. Und der Transport, das wäre ja alles viel zu kompliziert.</p>
<p><em>Ich:</em> Hmhm.</p>
<p>Ich zahle.</p>
<h4><strong>Kann es das gewesen sein?</strong></h4>
<p>Der Nikolaus kommt bei uns immer in der Nacht zum 6. Dezember. Also lasse ich die Schokolade tapfer in der Tasche und meinen Gedanken freien Lauf. Ich kaufe Fair Trade, nicht nur bei Schokolade. Ich habe auch noch ein paar getrocknete Mangos aus Burkina Faso mitgenommen. Weil ich möchte, dass die Arbeiter auf den Kakaoplantagen vernünftig bezahlt werden. Noch besser fände ich es, wenn die faire Kette danach weiter ginge. Also die Wertschöpfungskette. Bis aus dem Kakao halt die leckere Schokolade wird. Das dauert ja noch ein paar Stufen in der Produktion.</p>
<p>Und in eben dieser Produktion entsteht Arbeit. Wenn ich den Fair Trade Gedanken weiter spinne, sollte diese Arbeit doch ebenso fair bezahlt werden. Fair Made sozusagen. Jetzt gibt es dafür im günstigsten Fall Tarifverträge. In Europa. Da muss der Kakao aber erst mal hin. Geht das wirklich nur hier? Die Mangos werden doch auch in Burkina Faso getrocknet und kommen dann fertig verpackt bei uns an.</p>
<h4><strong>Was spricht für oder gegen lokale Produktion?</strong></h4>
<p>Jetzt sagen Sie völlig zurecht: Aber Frau Schiller, Sie sind doch selbst dauernd in Afrika. Sie wissen doch, wie es dort aussieht. Meinen Sie nicht auch, dass es ziemlich kompliziert ist, die gleiche Schokolade da unten produzieren zu lassen?</p>
<p>Ja das wäre kompliziert. Aber ist es deswegen unmöglich? Oder gar falsch? Ist es wirklich so undenkbar, eine funktionierende Schokoladenfabrik in der Elfenbeinküste aufzubauen?</p>
<h5>Der andere Geschmack?</h5>
<p>Vielleicht würde die Schokolade anders schmecken &#8211; so what? Allein in unserer Familie hat jeder so seine Favoriten, und wir deshalb mindestens vier verschiedene Sorten im Haus. Vielleicht schmeckt anders sogar gut? Vielleicht ergäbe sich ja eine Sorte für den lokalen Markt? Ich persönlich weigere mich, im Senegal Schokolade aus Frankreich zu kaufen. So fair kann die gar nicht sein. Die lokale Nutella-Konkurrenz schmeckt absolut lecker. Anders, aber lecker. Am besten auf den Krapfen, die die Frauen jeden Tag frisch am Markt ausbacken.</p>
<p>By the way: Ich habe in Afrika schon überzeugend europäisch gegessen, und zu Hause schätze ich vor allem überzeugend authentische afrikanische, indische oder japanische Lokale. Je mehr &#8220;original&#8221; Afrikaner, Inder oder Japaner dort essen, desto lieber geh ich dort rein. Das geht Ihnen mit Ihrem Lieblings-Italiener, -Thai oder -Argentinier sicher nicht anders.</p>
<h5>Die Qualität der Produktion?</h5>
<p>Wesentlich entscheidender scheint mir der Einwand der Produktionsqualität zu sein. Allein die Kühlkette. Die muss stehen, keine Frage. Das könnte man mit einer stabilen Stromversorgung und Kühl-Containern auf LKW und Schiff aber hinkriegen.Womit wir bei der Frage der Infrastruktur wären &#8211; und einer klassischen Henne-Ei-Debatte: Muss erst die Infrastruktur stehen, und lokale Produktion zieht nach? Oder wächst erst die lokale Produktion und mit ihr die Infrastruktur? Mit anderen Worten: Worauf warten wir?</p>
<p>By the way: Eine stabile Stromversorgung tut nicht nur der Schokolade gut. Das Stromproblem zieht sich durch alle Bereiche: Der Bäcker braucht ihn, der Schreiner braucht ihn, der Händler an der Ecke braucht ihn. <strong>Jeder braucht ihn.</strong> Ohne Strom keine Entwicklung.</p>
<h5>Der Handel, die Händler, der Zoll?</h5>
<p>Schlagen wir grad noch den ganz großen Bogen: Wer hat ein Interesse daran, lokal zu produzieren? Und wer nicht? Wer führt lieber Rohstoffe ein, und warum?</p>
<p>So lange es deutlich teurer ist, fertige Schokolade durch den Zoll nach Europa zu holen, als Kakao aus der Elfenbeinküste in Europa zu verarbeiten, so lange spreche ich von Schutzzöllen. Und nicht nur ich.</p>
<h3>Was meinen Sie?</h3>
<p>Was halten Sie von meinem Gedankengang vom &#8220;Fair Trade&#8221; zum &#8220;Fair Made&#8221;? Und welche eigenen Gedanken haben Sie? Würden Sie Schokolade aus der Elfenbeinküste kaufen? Und warum?</p>
<p>Ich bin gespannt! Und genieße in der Zwischenzeit meine Fair Trade Nikolaus-Schokolade.</p>
<p>Ihre</p>
<p>Heidi Schiller</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Ungewöhnlich = gegen Gewohnheit</title>
		<link>http://www.heidi-schiller.de/2011/10/ungewoehnlich/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 08:33:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi Schiller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war halt schon immer so. Funktioniert nicht wirklich, ist unangenehm. Aber ändern? Ja nee, wär schon gut. Aber da spricht doch so vieles dagegen: Geht nicht anders, machen alle anderen auch so, wieso denn grade ich? Na sooo wichtig ist das ja nun auch wieder nicht &#8230; Es gibt Situationen, da mag das stimmen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war halt schon immer so. Funktioniert nicht wirklich, ist unangenehm. Aber ändern? Ja nee, wär schon gut. Aber da spricht doch so vieles dagegen: Geht nicht anders, machen alle anderen auch so, wieso denn grade ich? Na sooo wichtig ist das ja nun auch wieder nicht &#8230;</p>
<p>Es gibt Situationen, da mag das stimmen. Und da geht auch nix kaputt. Weshalb ich wohl auch samstags Vormittag einkaufe, obwohl es voll ist und ich zu anderen Zeiten gehen könnte. Man hat halt so seine Gewohnheiten.</p>
<p>Aber sie kann auch frustrieren, diese Gewohnheit. Nämlich dann, wenn man sich an Dinge gewöhnt, die ernsthaften Schaden anrichten, und die man nur toleriert, weil er woanders oder viel später eintritt. Fast hätten wir uns an die Atomkraft gewöhnt.</p>
<p>Und sie kann aufrütteln, diese Gewohnheit. Nämlich dann, wenn man sich an Dinge gewöhnt hat,die unerträglich wären für einen selbst, und die man nur toleriert, weil sie weit weg sind. An ein Leben ohne Strom würde sich hier wohl keiner gewöhnen. Über eine Milliarde Menschen auf der Welt leben ohne Strom. Hier ist Veränderung nicht nur gefragt, hier ist sie nötig. Bitter nötig.</p>
<p>Wenn Sie etwas verändern wollen, dann lösen Sie sich von Gewohnheiten. Und seien sie noch so bequem und geliebt. Gehen Sie den Dingen auf den Grund, an die Sie sich nicht gewöhnen (lassen) wollen. Dinge, die Sie nerven, aufregen, entsetzen, beunruhigen. Fragen Sie nach dem &#8220;Warum&#8221; dahinter. Und lassen Sie sich nicht einlullen von den vielen Argumenten, die &#8211; pseudo oder nicht &#8211; Sie davon abhalten, auch noch die nächste &#8220;Warum?&#8221;-Frage zu stellen. Haben Sie nicht nur den Mut für die richtigen Fragen, behalten Sie auch den Mut für die richtigen Antworten! Die sprechen gewöhnlich gegen Gewohntes.</p>
<p>Auf ungewöhnliche Lösungen, die etwas verändern!</p>
<p>Ihre</p>
<p>Heidi Schiller</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anders denken. Einfach machen.</title>
		<link>http://www.heidi-schiller.de/2011/10/einfach-anders-machen-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 10:08:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi Schiller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anders denken]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wäre mein Vater 75 Jahre alt geworden. Ich schenke ihm den Start meiner Website. Mit einem Blog ganz in seinem Sinne: Er hat mich dazu erzogen zu denken. Anders zu denken. Und er hat mich dazu erzogen, zu machen. Einfach zu machen. Anders denken. Einfach machen. Er war ein großer Freund der klaren Sprache. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wäre mein Vater 75 Jahre alt geworden. Ich schenke ihm den Start meiner Website. Mit einem Blog ganz in seinem Sinne: Er hat mich dazu erzogen zu denken. Anders zu denken. Und er hat mich dazu erzogen, zu machen. Einfach zu machen.</p>
<h5>Anders denken. Einfach machen.</h5>
<p>Er war ein großer Freund der klaren Sprache. Was bleibt einem mit dem Namen &#8220;Schiller&#8221; auch anderes übrig? Und er war ein Freund der wechselnden Betonung. Das Spiel mit den vier Worten hätte ihm gefallen: Anders <strong><strong>denken</strong>. Anders</strong> denken. Einfach <strong>machen</strong>. <strong>Einfach</strong> machen.</p>
<p>&#8220;Ich denke, also bin ich&#8221;. Das gilt nicht nur für Philosophen. Denken hilft. Auch wenn ein Buchtitel meint, es nütze nichts. Anders zu denken, nützt wohl. Nämlich den gewohnten Denkschemata zu entfliehen, die üblichen Gedankengänge zu verlassen, und damit den vorhersehbaren Ergebnissen ein Schnippchen zu schlagen.</p>
<h5>Märkte erobern, an die sonst keiner denkt.</h5>
<p>Darum geht es in diesem Blog. Dazu lade ich Sie ein. Zum Perspektive wechseln, Argumente austauschen, Positionen diskutieren, Gewohntes hinterfragen, Ideen spinnen. Und mutig an die Umsetzung zu gehen, so schräg die Idee auch scheint. Das geht am besten gemeinsam. Machen Sie mit!</p>
<p>Ich freu mich auf Ihre kreativen Kommentare.</p>
<p>Ihre</p>
<p>Heidi Schiller</p>
]]></content:encoded>
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